Der Solinger gemischte Chor ConBrio begibt sich mit seinem neuen Programm erstmals in die Welt der Vokalmusik der Zwanziger- und frühen Dreißigerjahre des letzten Jahrhunderts. Die sogenannte „Goldene Zeit“ gilt bis heute als Epoche von Glamour, Tanz und kultureller Blüte – geprägt von Eleganz, Wortwitz und musikalischer Leichtigkeit.
Doch hinter dieser schillernden Oberfläche verbarg sich eine fragile Realität. Auf den Ersten Weltkrieg und eine Pandemie folgten Hyperinflation, Massenarbeitslosigkeit und tiefgreifende politische Spannungen. Die populäre Vokalmusik jener Jahre reagierte darauf mit Ironie, Schabernack und bewusstem Eskapismus – und traf damit den Nerv einer Gesellschaft zwischen ungezügelter Lebenslust und tiefer Verunsicherung.
ConBrio spürt diesem Lebensgefühl nach und stellt dabei Bezüge zur Gegenwart her. Das Programm führt die Zuhörer in die kulturellen Metropolen Deutschlands, durch blühende Parks und in verrauchte Nachtclubs. Es lässt Komponisten wie Kurt Weill, Friedrich Holländer sowie Ensembles wie die Comedian Harmonists lebendig werden und zeichnet ein vielschichtiges Bild einer Epoche, die unserer heutigen näher ist, als es zunächst scheint.